Romy Kasper gelingt zweiter Sieg bei virtueller Rad-Bundesliga

Radsport

Quelle: privat

Leipzig. Beim dritten Rennen der virtuellen Rad-Bundesliga haben die Leipziger Athleten am vergangenen Sonnabend wiederum sehr gut abgeschnitten. Auf der diesmal äußerst bergigen Strecke wurde Romy Kasper (RSV Speiche/SC DHfK) ihrer Favoritenrolle gerecht und gewann das Frauenrennen in überlegener Manier. Die Männer schafften es diesmal nicht in die Top Ten – dennoch wussten Johannes Banzer und Patrick Reißig (beide SC DHfK) als 11. und 14. zu überzeugen – beide gehören zum Team schnellestelle.de. Romy Kasper fährt seit dieser Saison für den niederländischen Profistall Parkhotel Valkenburg.

Während die ersten beiden Rennen der Serie auf dem Online-Portal Zwift eher mäßig profiliert waren, ging es diesmal ins (computeranimierte) Hochgebirge. Am Ende der 28,3 Kilometer langen Strecke war die gewaltige Auffahrt zur Alpe du Zwift zu bezwingen. Diese ist exakt dem legendären Tour-de-France-Anstieg nach Alpe d’Huez nachempfunden: Auf 12,2 Kilometern geht es bei 8,5 Prozent Durchschnittssteigung insgesamt 1036 Höhenmeter bergauf – inklusive der 21 Kehren des Originals in den französischen Alpen.

Gleich zu Beginn des Anstiegs setzte sich bei den Männern Jason Osborne (26) ab, um am Ende mit über zwei Minuten Vorsprung auf den gleichaltrigen Ben Zwiehoff durchs Ziel zu fahren. Beide sind zwar Exoten – und dennoch in der Rad-Szene keine Unbekannten.

Der Mainzer Osborne ist Weltklasse-Ruderer. Der Leichtgewichts-Einer-Weltmeister trainiert viel auf dem Rad und sorgte in den letzten beiden Jahren für Furore, als er bei der DM im Einzelzeitfahren gegen die versammelte Profi-Elite jeweils unter die Top Acht fuhr.

Der Essener Zwiehoff ist Profi-Mountainbiker, gewann mit der MTB-Mannschaft schon den Europameistertitel und war, wie auch Osborne, in seiner Disziplin bereits für die Olympischen Spiele in Tokio qualifiziert.

Im Frauenrennen war es, wie schon an den Wochenenden zuvor, Romy Kasper, die das Rennen prägte, sobald der Anstieg erreicht war. „Gleichmäßig am Limit fahren“ war die Marschroute der 31-Jährigen. Diese ging auf, denn irgendwann waren nur noch sie und Mountainbikerin Selma Trommer übrig, bis die aus Forst stammende Kasper auch ihre einzig verbliebene Kontrahentin abhängte und mit 1:11 Minuten Vorsprung als Solistin über die Linie fuhr.

Über den Triumph freute sich die Wahl-Leipzigerin ebenso wie über den Ausbau der Gesamtführung. „Das Wichtigste ist, dass ich hier Spaß und Abwechslung zum Trainingsalltag habe und mich in einer rennnahen Situation ausbelasten kann“, so Kasper, die von Rennen zu Rennen denkt, sich gegen den Gesamtsieg aber nicht wehren würde. Blendend steht insgesamt auch Patrick Reißig da, der dank seiner ausgeglichenen Leistungen nun hinter dem Gesamtführenden Johannes Herrmann (Rad-Union Wangen) auf Platz zwei rangiert.

(Rainer Kelch, Leipziger Volkszeitung vom 4. Mai 2020)


Der SC DHfK Leipzig e.V. und die Abteilung Radsport gratulieren sehr herzlich zu den tollen Ergebnissen!