Polen-Rundfahrten: Felix Groß eilt von Sieg zu Sieg

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Erstmalig in Gelb: SC DHfK-Radsportler Felix Groß präsentierte sich bei der Polen-Rundfahrt in Topform. Quelle: privat

Die polnischen Straßen erwiesen sich für Felix Groß als sehr gutes Pflaster. Bei der viertägigen Rundfahrt Dookoła Mazowsza holte der Radsportler des SC DHfK Leipzig zwei Tagessiege und sicherte sich in der Gesamtwertung das Nachwuchs- und Sprinttrikot. Nur kurz darauf gewann er zudem das polnische Eintagesrennen Puchar MON, es war sein erster Sieg in einem UCI-Ein-Tages-Rennen.

Leipzig. Erst Stunden nach dem Triumph am Abend im Hotel realisierte Felix Groß: „Das war ja mein erster Erfolg als Profi auf der Straße – dies fühlt sich ja eigentlich ziemlich geil an.“ Zuvor hatte das Leipziger Bahnrad-Ass am zweiten Tag der Polen-Rundfahrt das Einzelzeitfahren gewonnen und war ins Gelbe Trikot gerast, nachdem die erste Etappe wegen eines Massensturzes abgebrochen werden musste. Ein Motorrad war auf die Strecke geraten und mit dem Feld kollidiert.

Das Zeitfahren war dem 21-Jährigen wie auf den Leib geschneidert. Denn der WM-Fünfte über 4000 m, der auch schon im 1000-m-Zeitfahren DM-Silber geholt hatte, fühlte sich auf der 2,3-km-Distanz  pudelwohl. Allerdings musste er ziemlicher Kälte und starkem Wind trotzen sowie drei tückische Kurven sturzfrei meistern. Mit 2,5 Sekunden Vorsprung und einer Geschwindigkeit von 49 km/h triumphierte der Sachse.

Auf der 3. Etappe verlor er dann zwar das Gelbe Trikot, doch er gewann trotz zwischenzeitlicher Magenkrämpfe den Spurt des Hauptfeldes und wurde Tages-Vierter. Auf der 4. Etappe ließ Felix dann jedoch bereits seinen zweiten Profi-Tagessieg folgen. Nach dem Triumph im Zeitfahren sicherte sich der SC DHfK-Renner auf der Schlussetappe der 63. Dookoła Mazowsza nach 165 km den Triumph im Massensprint.

Die deutsche Bahn-Nationalmannschaft (Team rad-net Rose) bereitete den Sprint perfekt vor, sodass der 21-Jährige mit mehreren Radlängen Vorsprung gewann. „Mein Team hat mich perfekt in Position gebracht und einen super Job gemacht. Ich musste ihre Arbeit quasi nur vollenden“, sagte der Schützling von Trainer Dietmar Junker. Groß sicherte sich das Sprint- und Nachwuchstrikot und hätte auch im Kampf um Gelb gute Chancen gehabt. Doch am Vortag hatte er Magenkrämpfe und verlor bei einer Toilettenpause Zeit. Er wurde Vierter, der Gesamtsieg ging an Tschechen Michael Kukrle.

Zur Krönung der Woche gewann Felix Groß am Sonntag noch ein Eintagesrennen. Er zeigte in Polen, dass nach seiner Bahnkarriere auch auf der Straße mit dem blonden Sachsen zu rechnen sein wird.

Gute Nachrichten gibt es auch von Felix’ jüngerem Bruder Franz (beide SC DHfK). Der 19-Jährige überzeugte als Nicht-Kadersportler bei einem Bahn-Lehrgang der Nationalmannschaft und darf nun mit der U23-Nationalmannschaft an einem Sechs-Tage-Rennen in Firunzola (Italien) teilnehmen.

(Frank Schober, Leipziger Volkszeitung vom 18.07. und 20.07.2020)