Deutsche Meisterschaft: SC DHfK-Sportler beim Härtetest Omnium am Start

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Vor den Feiertagen geht es für sieben Leipziger Radsport-Asse um Deutsche Meisterschafts-Lorbeeren in Frankfurt/Oder, darunter sechs Sportler vom SC DHfK Leipzig.

Startet mit ihren Teamkollegen bei der Deutschen Omnium-Meisterschaft in Frankfurt/Oder: Michaela Ebert vom SC DHfK Leipzig.

Leipzig. Der Sportkalender ist am letzten Advents-Wochenende noch einmal überraschend prall gefüllt. Für die Radsportler ist es bereits Tradition, dass kurz vor Weihnachten noch einmal um deutsche Meister-Trikots gekämpft wird. Bis auf wenige Ausnahmen geht am Freitag und Samstag in Frankfurt/Oder die komplette Bahn-Elite des Ausdauerbereichs an den Start, um in der kräftezehrenden olympischen Disziplin Omnium ein Top-Resultat einzufahren.

Gemeldet haben am Freitag auch drei Leipziger Junioren (Olivia Schoppe, Franz Groß, Johannes Scharr) sowie am Samstag vier Elitefahrer aus der Messestadt (Michaela Ebert, Jenny Hoffmann, Romy Kasper, Felix Groß). Für die aus Forst stammende Romy Kasper wäre es das Wettkampf-Comeback nach sieben Monaten. Denn nach zahlreichen schweren Stürzen zog die Olympia- und mehrfache WM-Teilnehmerin Anfang Mai die Reißleine und kurierte erst einmal sämtliche Verletzungen aus. Seit September läuft ihr Neuaufbau. Die Trainingswerte stimmen. Doch ob die 30-Jährige tatsächlich schon den ersten Wettkampf-Härtetest bestreitet, will sie am Freitag nach ein paar Bahn-Runden nach Gefühl entscheiden.

Ein Omnium-Wettkampf hat es auf jeden Fall in sich. Innerhalb von rund sechs Stunden wird der Mehrkampf aus Scratch (hier entscheidet allein der Zieleinlauf über die Punkte), Temporunden, Ausscheidungsfahren und dem abschließenden Punktefahren ausgetragen. Recht gut lief es zuletzt für Michaela Ebert, die beim Bahn-Weltcup in London in zwei Disziplinen zum Einsatz kam.

Viele Experten sind sich einig, dass die Omnium-Rennen auch den Fähigkeiten des aufstrebenden Leipzigers Felix Groß entsprechen. Der Verfolgungsspezialist hätte im Mehrkampf durchaus eine zusätzliche Chance für Tokio 2020, zumal die Einerverfolgung nicht mehr zum olympischen Programm gehört. „Es ist aber schwer, Weltcup-Einsätze zu bekommen, denn dafür braucht man erst einmal Ranglistenpunkte“, erklärt Leipzigs „Sportler des Jahres 2017“, für den der Bahnvierer Priorität hat. Mit diesem steckt der 20-Jährige mitten in der Vorbereitung auf die WM Ende Februar in Polen. Felix Groß reist am Freitag direkt aus Mallorca an, wo er in den letzten beiden Wochen unter anderem mit dem dreifachen Weltmeister Peter Sagan bei meist herrlichem Wetter trainierte.

Felix Groß fährt in Frankfurt also aus der vollen Belastung heraus. Zudem könnte es sein, dass er laut Team-Order einen Kollegen des Rennstalls Heizomat rad-net unterstützen wird, statt selbst Siegansprüche geltend zu machen. Als Favoriten gelten die Brandenburger Roger Kluge (32) und Moritz Malcharek (21), die unter der Woche bereits beim Omnium in der Schweiz Zweiter und Fünfter wurden.

Bundesliga-Team beim SC DHfK Leipzig

Bewegung herrscht kurz vor Weihnachten auch im Straßenradsport – dies betrifft die Weichenstellung fürs Frühjahr. Der Leipziger Profi Rüdiger Selig wurde auf Mallorca erneut vom Weltklasse-Rennstall Bora-Hansgrohe als Teammitglied 2019 präsentiert. Bora-Aushängeschild ist und bleibt der Slowake Peter Sagan.

Neuigkeiten gibt es beim regionalen Team „Schnelle Stelle Ur-Krostitzer“, das bislang in Nordsachsen ansässig war. Künftig kooperiert die Mannschaft um den Sportlichen Leiter Eric Baumann stark mit dem SC DHfK Leipzig, dessen Know-how in der Leistungsdiagnostik ebenso einen Aufschwung bringen soll wie die Nutzung des Kraftraums, der Mechaniker, Trainer, Sporthalle und Sauna. „Wir wollen die Marke DHfK gemeinsam mit unserem Team zu alter Stärke im Männerbereich führen. Schließlich wird in Leipzig unser Nachwuchs ausgebildet, den wir mit unserem Team in Sachsen halten wollen“, sagte Eric Baumann, der mit seinen Fahrern in der Bundesliga unter die Top 6 kommen will. Zu den Aushängeschildern gehört Steher Daniel Harnisch, EM-Dritter 2018.

Masters auf der Überholspur

Mit Fahrern aus ganz Deutschland ist das Masters-Team Ur-Krostitzer Vermarc bestens aufgestellt – vor allem bei den 40- bis 50-Jährigen. Beim Teamtreffen in Delitzsch freuten sich die Chefs Uwe Friedrich und Renzo Wernicke, den Olympiasieger und Bundestagsabgeordneten Jens Lehmann begrüßen zu können. Stolz ist Friedrich, dass schon fünf Fahrer das Ticket zur Masters-WM 2019 nach Polen gelöst haben. Ein Highlight sind erneut die nationalen Masters-Titelkämpfe in Görlitz Ende Juni. „Dieses Jahr konnten wir 33 Siege feiern. Für 2019 nehmen wir uns 40 Erfolge vor“, so Uwe Friedrich, dessen Fahrer ihre Preisgelder zum Teil für ein Schulprojekt in Manila spenden. (Frank Schober, LVZ vom 21.12.2018)